Gestern hab ich mir auf der TV-Thek des österreichischen Fernsehens ORF "Mein Döbling" angeschaut, eine Dokumentation über den wunderschönen 19. Wiener Gemeindebezirk, meine Heimat.

Da erzählen vier Wiener Künstler und ein Heurigenwirt darüber, wie sie in Döbling aufgewachsen sind: Ulrike Beimpold, Michou Friesz, Tini Kainrath und Ernst Molden, sowie Matthias Hengl. Eine Sendung, zum Davonlaufen schrecklich. Diese Dokumentation beinhaltet alles, was man zum Selbstmord braucht. Es gibt Momente, in denen man Adolf Hitler versteht. Dies ist ein solcher.

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https://tvthek.orf.at/profile/Mein-Doebling/13889406/Mein-Doebling/14100676

Es ist das Portrait einer inhaltlich leeren und formal verlogenen Gesellschaft, die sich durch ihre eingebildete Überlegenheit an der provinziellen Macht hält. Man weiß, dass man um sein Umfeld beneidet wird und hat alle Mittel zur Verfügung, dass dies auch so bleibt. Man wird zum Mitspielen gezwungen, um diese Verhältnisse aufrecht zu erhalten, ansonsten drohen die schlimmsten Konsequenzen.

Fast alle Menschen in Döbling, Wien und Österreich spielen dieses Spiel mit, obwohl jeder einzelne spürt, dass damit die verlogenen Herrschaftsverhältnisse einzementiert werden. Letztendlich will auch jeder mitspielen, denn die Alternative ist glasklar: Kollaboration oder Vernichtung. Und so macht jeder gute Miene zu diesem Spiel. Alles, wirklich alles wird eiskalt hinweggelächelt, bis hin zu Weltkrieg, Holocaust und Massenmord.

Willkommen in Döbling!

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