Slupetzky saß an seiner alten Schreibmaschine und blickte durch sein Dachfenster in den strahlend blauen Frühlingshimmel. Er war aufgeregt und glücklich. Er war aufgeregt, weil er verliebt war, und er war glücklich, weil er liebte.
„Was für ein schöner, zufriedener Zustand", dachte er bei sich. Er liebte seine Liebste, und sie liebte ihn. Die Umstände der vergangenen Monate hatten es mit sich gebracht, dass sie sich getrennt hatten, sich trennen mussten. Es war für sie beide die ultimative Prüfung und in Wahrheit war es die Hölle. Sie waren getrennt durch die Hölle gegangen, um sich danach wieder zu vereinigen. Und diese Vereinigung war nun das Schönste, was Slupetzky je erlebt hatte.
Er hatte sich in seinem Leben oft gedacht, er wäre im falschen Film. Er war stets alleine durch die Hölle gegangen. Auch jetzt war er alleine gewesen, getrennt von seiner Liebsten. In Wahrheit aber war sie mit ihm gegangen. Sie hatte ihn nicht alleine gelassen, sondern war mit ihm mitmarschiert. Er war sich dessen nicht bewusst, aber sie war mit ihm durch die Hölle gegangen. Und so kam er mit ihr wieder heraus.
„Everything is going to be fine in the end. If it's not fine, it's not the end", hatte sie ihm zwischendurch geschrieben. Er hatte diesen Satz immer so verstanden, dass die Schönheit das Ende wäre. Er hatte geglaubt, kaum würde es schön werden, wäre das Ende da. Davor hatte er immer unglaubliche Angst gehabt, Höllenangst. Er hatte Angst vor der Hölle.
Nun aber spürte er genau das Gegenteil. Es war endlich schön, aber es war nicht zu Ende. Ganz im Gegenteil standen sie beide jetzt am Anfang. Sie standen am Beginn von etwas ganz Neuem, vor einem Neuanfang.
Das Ende war da. Und es war wunderschön. Aber es war nicht zu Ende. Der Weltuntergang war nicht eingetreten. Ganz im Gegenteil war es wunderschön. Es war wunderschön, strahlend blau im Himmel und saftig grün auf der Erde. Es war, wie aus einem finsteren Wald auf eine strahlend saftige Lichtung zu treten. Es war nicht das Ende von allem. Nein, es war ein Beginn. Es war der Beginn von Schönheit, Zufriedenheit und Glück, in Liebe, Lust und Zärtlichkeit. Es war der Beginn von etwas ganz Neuem. Das Fegefeuer war vorbei. Vielleicht war es noch nicht der Himmel, aber es war der Beginn einer neuen Welt.
Es war das Ende der Hölle.
Danke, Kornelia!
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